Stuckleisten für die Zimmerdecke

Herstellung und Montage


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Abb. 1: Fertig applizierte Wandanschlussleiste mit anschließender Verkleidung der Vorhangschiene


Als Wandanschluss bei einer Rigipsdecke musste eine kostengünstige Lösung her

Die Leisten mussten leicht zu beschaffen sein, geringes Gewicht haben und ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis aufweisen. Holz, nein - zu schwer. Kunststoffleisten aus dem Baumarkt mit 3 bis Euronen pro Meter viel zu teuer. Schließlich sprechen wir so um circa 130 laufende Meter Leisten. Die Montage sollte so einfach wie möglich und vor allem ohne Schrauben und Nägel möglich sein. Gleichzeitig sollte das Verfahren auch geeignet sein mit dem gleichen Profil auch die Vorhangschienen zu verstecken.

Material:

Hartschaumplatten in 30mm und 50mm 60cm breit 125cm lang aus dem Baumarkt
Knauf Fugenfüller Light
Montagekleber
Wandfarbe

Werkzeug:

Herstellung:

Die Hartschaumplatten - normales Styropormaterial ist zu weich zum Fräsen - gibt es in verschiedener Ausführung. Man sucht sich ein möglichst dichtes und kompaktes Material aus. Die Oberfläche kann glatt sein oder auch ein leichtes Rippenprofil aufweisen. Der Rand der dickeren Platten >50mm ist gestuft und muss als erstes von beiden Seiten glatt gesägt werden. Meine Planung war Leisten für den Wandabschluss von 30mm Breite und Höhe herzustellen. Es ergeben sich damit pro Platte 17 Profilstreifen von 1,25m Länge und nahezu Null Gewicht zum Preis von 6,5 Euronen - für 21m Leisten! Das entspricht 30 Cent pro Meter. Dieses Preis-Leistungsverhältnis ist grandios!

 

  1. Spindel und Anschlag der Tischfräse geeignet justieren, Schaumstoff einlegen, Anpressrollen locker auf die Platte aufsetzen
  2. Den Anschlag der Kreissäge auf 30mm einstellen - das Sägeblatt ragt wenige mm über die Platte hinaus
  3. Beide Längskanten der Platte langsam durch die Fräse schieben - zu hohe Schiebegeschwindigkeit ergibt eine grobe, löchrige Oberfläche
  4. Die gefrästen Profilkanten auf der Kreissäge auf 30mm Breite wegsägen - Schiebestock verwenden, du brauchst deine Finger noch ein Weile!
  5. Vorgang 3. und 4. wiederholen
  6. Um das Wabenmuster an der Unterseite der Leisten zu entfernen, den Anschlag der Kreissäge auf 28mm stellen und die Leisten noch einmal so durchschieben, dass Unterseite geglättet wird.

    Abb. 2: Oberfläche der verarbeiteten Platten - Rautenförmige Prägung der Oberfläche
  7. Manche Platten haben eine Art Film als Bedeckung, der nach dem Fräsen als dünne Schicht am Profil übersteht. Diese Fahnen werden mittels Schleifpapier entlang der Grate entfernt.


Abb. 3: Gefrästes Profil und geglättete Unterseite

 

Verarbeitung:

Die Wandanschlussleisten werden an der Wand verklebt, damit sich die Deckenkonstruktion darüber bei Temperaturänderungen verschieben kann. Der Kleber besteht aus einem Ansatz aus Knauf Fugenfüller Light, der nach dem Verrühren mit einem Quirrl von der Küchenmaschine (aus dem Secondhandshop) mit dem Accuschrauber in ca. einer Minute auf die Konsistenz von Kartoffelpürree gebracht wurde. Wegen der extremen Klumpenbildung des Materials beim Verrühren mit Spachtel oder Kelle ist das Ergebnis als Spachtelmasse nicht einsetzbar. Mit dem Quirrl wird die Masse schön sämig und bleibt ca. eine halbe Stunde bei 20°C verarbeitbar. Man sollte die Verarbeitung aber sofort stoppen, wenn der Brei beginnt anzuziehen, was dann sehr schnell voranschreitet. Fazit: nicht zu viel auf einmal anrühren und - Gefäß und Werkzeug vor dem erneuten Ansatz unbedingt reinigen, weil unsaubere Werkzeuge und Behältnisse die Abbindezeit des neuen Ansatzes drastisch verringern.

Als erstes sind die Vorhangleisten mittig zum Fenster zu montieren.

Dann beginnt man in einer Raumecke gegenüber dem Fenster mit dem Verkleben der Wandanschlussleisten. Eine erste Leiste ist wie dargestellt zuzuschneiden. Der schräge Anschnitt links verschleiert den Stoß vor allem, wenn dieser mit Spachtelmasse verkittet wird. Die Schnitte sind so orientiert, dass der Stoß vom Fenster weg zeigt. Geschnitten wird in der Gehrungsschiene mit der Handsäge oder mittels Kappsäge. Messer sind weniger geeignet, weil die Schnittrichtung schlecht gesteuert werden kann. Die Folge sind breitere Stöße, die mühsam ausgeglichen werden müssen.


Abb. 4: Zuschneiden und setzen der ersten Leisten



Abb. 5: Zuschnitt einer Ecke

Der Kleber wird auf die Wandseite (in Abb. 3 links) fortlaufend mittels Kelle in Form eines flachen "Dachs" aufgespachtelt.


Abb. 6: Applizieren der Wandanschlussleisten

Die Leiste wird jetzt an der Deckenplatte angelegt und von Hand an die Wand angedrückt. Mit der Holzlatte wird die Leiste zunächst an die Wand angeschlagen (oberer Pfeil). In einem weiteren Arbeitsgang wird mit der Latte in Richtung des unteren Pfeils so viel Kraft ausgeübt, bis die Leiste gleichmäßig an Wand und Decke anliegt. Die herausgequollene Spachtelmasse wird mit der Glättkelle abgezogen, evtuelle Fehler in der Oberfläche des Profils werden mit Spachtelmasse ausgeglichen, der Stoß zu Nachbarleisten egalisiert. Von Hand erfolgt ein letztes Angleichen des Leistenverlaufs an Decke und Wand. Durch das Abziehen des Klebers am unteren Rand werden Unebenheiten in der Wand gutausgeglichen und gefüllt. Weiter geht's mit dem nächsten Profilstück. Der Anschluss an die Verkleidung der Vorhangschiene erfolgt durch einen senkrechten Schnitt. Die in Abb. 4 grün dargestellte Leiste wird satt mit Montagekleber direkt an die Decke geklebt. Austretender Kleber wird mit der Glättkelle abgezogen, verbliebene hohle Stellen werden ausgespachtelt.


Abb. 7: Die 30mm breite Verkleidung der Vorhangschiene wurde aus einer 50mm-Platte hergestellt.

Die Gipsmasse der Deckenleisten härtet sehr schnell aus. Nach etwa einer Stunde kann man die Leisten bereits mit Wandfarbe ein erstes Mal überstreichen. Der Monagekleber braucht länger, bis sich beim Malern nix mehr verschiebt, 6 bis 12 Stunden sollte man in Abhängigkeit von Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Saugvermögen des Untergrunds warten. Die Farbe füllt, satt aufgetragen, spätestens beim zweiten Anstrich auch die noch verbliebenen Ritzen vor allem an der Decke.


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